Mümü

...oder das Mädchen vom Lande...

27.6.06

Fussball


Ich, die sich gewehrt hat wie keine, gegen diese Massenhysterie zu WM Zeiten, hat sich letzten Freitag und gestern 90ig plus 120 Minuten vor den Fernseher gesetzt und mitgefiebert, als würde es um den Triumph einer Schlacht Helvetiens gehen. Den Helm Montiert, die Lanze in der Hand tobte ich wie ein Ritter hoch zu Ross in Angriffsstellung, in der Hoffnung, den Sieg zu erlangen.
Die Freude war gross, als am Freitag Köbi’s Jungs 2:0 gewonnen haben. So freute ich mich schon auf den nächsten Einsatz und polierte meine Rüstung auf Hochglanz. Gestern dann die Ernüchterung, als ich vor Langeweile um die 80igste Minute eingeschlafen bin und eine halbe Stunde später im Halbschlaf bemerkte, dass das Spiel immer noch am laufen war. Da meine Kenntnisse über Fussball in etwa so gross sind wie über Endosymbiontenhypothesen, wunderte ich mich und kam erst später darauf, dass dies nun die so genannte Verlängerung ist, in der sich die Fussballer befinden. Da mein Interesse nach so vielen Minuten des Nichts auf den Nullpunkt sinkte, erschütterte mich auch die Niederlage nicht mehr all zu gross und mein ich wandelte sich wieder in die altbekannte Abneigung zu Fussball. Die Neutralität der Schweiz muss wohl auch im Fussball bewahrt werden...!?
Tja, so stellte ich halt meine Lanze und den Helm wieder in die Ecke, führte das Pferd wieder in den Stall und freue mich nun auf ein friedliches weiter Leben...!

21.6.06

Schweissgebadet

Bei dieser Hitze Sport zu machen ist ja wohl das Letzte, was die Ärzte empfehlen würden. Grenzt ja schier an Suizid, wenn man sich schon nur vom Bürostuhl erhebt. Wie ich finde ist bei diesen Ozonwerten der Mausklick mit der rechten Hand das Äusserste, was von einem abverlangt werden darf.
Den Glaces ist es auch so ziemlich egal, wenn der ihrige Esser den ganzen Tag sitzen bleibt. Die nisten sich dann bequem an die Bauch- und Po-Innenwand ein und machen sich’s dort gemütlich.
Doch nicht mit mir ihr Cornettos und Magnums... Heute Mittag forderte ich diese zum Kampf heraus! Um punkt Mittag hievte ich meinen schweissgebadeten Körper aus meinem klebrigen Bürostuhl und marschierte Richtung Marzili. Dort angekommen packte ich die Eiscremes in meinen Bikini und stürzte uns ins Schwimmbad, um ganze acht Längen zu schwimmen! Oder müsste ich vielleicht sagen, acht Längen zu plantschen? Andere mit schicken Schwimmerbrillen überholten mich nämlich etwa zwei Mal pro Länge. Die Eiscremes lachten sich sicherlich ins Fäustchen, als diese bemerkten, dass die Bemühungen meinerseits höchsten gut genug dafür sind, den Schweiss im Becken ab zu waschen...
Naja, ich habs wenigstens versucht! ;-)

19.6.06

Die Liebe

Die Liebe ist’s, die oft beglückt,
wenn Freude einen hoch entzückt.

Die Liebe ist’s, die einen schmerzt,
wenn Trauer mit den Freuden scherzt.

Die Liebe ist’s, die einen scheut,
wenn sich Hass über die Tage beugt.

Die Liebe ist’s, die man vermisst,
wenn Einsamkeit das Herz zerfrisst.



by Mümü

15.6.06

Verständigungsprobleme

In einem Text über unsere neu gewählte Bundesrätin habe ich eine Benennung entdeckt, welche mich zum grübeln gebracht hat. Der Schreiber versuchte „Liebling der Nation“ auf eine andere Art und Weise zu erklären und brachte folgenden Satz zum Vorschein: „Neudeutsch gesagt sind sie >everybodys darling<“.
Im Neudeutsch wird „Liebling der Nation“ in Englisch ausgesprochen? Mir ist bewusst, dass im Neudeutsch Wörter wie cool und trendy absolut easy sind und vor allem vom jungen Volk des öfteren verwendet werden. Aber ehrlich gesagt fehlt mir der Kontext im erwähnten Text und finde es einfältig, dass dieser Schreiber so dermassen up-to-date wirken möchte.
Meine Grossmutter befürwortet seit je her, man soll ein so reines Deutsch wie möglich sprechen... ist diese Einstellung veraltet? Ich bin nach wie vor ihrer Meinung!
Verständigungsprobleme hatte ich auch in einer Werbesendung, die für Mozzarella wirbt. Für einen schönen Sommer Abend brauche es nur gute Freundinnen und den angepriesenen Käse und im Moment dieser Worte erscheint das Bild, wie eine Hand Tomaten und Mozzarellakäse in einem Teller anordnet. Sind denn jetzt die Tomaten die Freundinnen oder vielleicht doch Doris Leuthard? Anyway, es ist von mir aus gesehen alles ein bisschen too much. ;-)

14.6.06

Flirttips während der WM


Also meine Herren. Nun passt gut auf! Hier der ultimative Flirttip zur WM:

Am besten sucht ihr Euch ein Spiel aus, in dem die Schweiz mitspielt. Zu dieser Zeit sind nämlich die meisten Schweizerbürger vor der Glotze. Geht in diesen 90 Minuten irgendwo hin, wo weit und breit kein Fernseher zu sehen ist. Ich empfehle ein Freibad bei diesem schönen Wetter oder auch eine Gartenterrasse ohne TV. Was Euch dort erwartet, ist beinahe das Paradies auf Erden... Denn die wenigen Besucher in dieser Zeit sind Frauen, die lieber die Sonne geniessen, als sich mit Bier voll laufen zu lassen. Diese Frauen sind alle ohne Begleitung, da ihre Freunde und Kollegen ziemlich sicher irgendwo vor der Kiste hocken und sich über die Fouls der Spieler ärgern. Ziemlich sicher sind es auch Frauen, denen der WM-Trubel ziemlich hinter ihrem hübschen Hintern vorbei zieht und somit wäre nun die Chance für jeden Flirtwilligen Mann gegeben. Begebt Euch in die Nähe eines dieser weiblichen Geschöpfe und fängt mit ihr zu plaudern an. Ich denke, die Winchance ist nicht all zu niedrig, wenn ihr es gut genug anstellt. Zu dieser Zeit findet bestimmt so manche Frau Gefallen an einem Mann, der es vorzieht, den Sommer zu geniessen als den Schiedsrichter durch die Röhre hindurch an zu schreien. Ihr habt also die Qual der Wahl, welche Frau ihr bezirzen wollt. Diese Chance sollte doch nicht ungenutzt bleiben... oder?! ;-)

9.6.06

Eine verschissene Sache


Was soll ich bitteschön davon halten, respektive muss ich es persönlich nehmen, wenn ein Hund am Morgen im Tram neben meine Füsse kackt?! Genau, ihr habt richtig gehört... ein kleines, wenig verändertes Meerschweinchen, dessen Besitzer den genau gleichen Gesichtsausdruck hatte und jenes Ding mit Ohren sogar in doppelter Ausführung durch das Tram trippelte, setze sich das eine der beiden kleinen Wollknäuel einfach neben meine Füsse und fing an zu kacken. Es wollte schier nicht mehr aufhören und der Kot war schlammig und seeehr stinkend! Der Besitzer merkte erst ein paar Minuten später, dass eines seiner kleinen Ebenbilder fehlte und suchte das Tram danach ab bis er bei mir fündig wurde und das Malheur entdeckte. Nicht gross beeindruckt von der Situation entschuldigte er sich dafür, nahm ein Robidog Säckle hervor (Schweiz sei dank! ;-) ) und beseitigte einen grossen Teil der Sauerei. Der kleine Teil, der liegen geblieben ist, verduftete sich in meine Atemwege und es war eine Tortur, die Beherrschung in meinem nüchternen Zustand zu bewahren. Da ich sehr spät dran war, hatte ich mich nicht dafür, aus dem Tram auszusteigen. Ein bisschen beduselt von den unerwarteten Morgengerüchen blieb ich einfach sitzen und freute mich ganz fest darauf, die Geschichte in meinem Blog weiter zu erzählen. ;-)

8.6.06

Die Schweizer

Es fällt ja wohl nur den Schweizern ein, bei einer Wohnungsabgabe so pingelig genau jede erdenkliche Ecke mit einer Genauigkeit zu putzen, wie man es fast nur mit einer Zahnbürste hinkriegen würde. Der Gedanke schoss mir heute Morgen durch den Kopf, als ich das Büro lüften wollte und mir ein immer wieder auftretendes Geräusch die Laune drohte zu verderben. Als ich dann aus dem Fenster spähte um zu erfahren, welche Aktivität zu diesem Geräusch führte, entdeckte ich eine Store putzende Frau, die eher umständlich zu den obersten Lammellen zu greifen versuchte und mit einem Schwamm jeden einzelnen Quadratsantimeter reinigte. Mein Ärger über dieses Geräusch wandelte sich schnell in ein Lächeln, da ich mich sehr amüsierte, ihre umständliche Haltung zu beobachten und fragte mich, wieso wir Schweizer uns das antun, eine Arbeit zu vollenden, wovon man das Resultat dann wohl doch nicht zu erkennen vermag. Die Store ist nämlich schon so alt und verwettert, dass diese Putzübung wohl eher eine Alibiangelegenheit ist, als dass es ernsthaft was bringen würde. Aber diese Frau ist noch jetzt an dieser Arbeit und mittlerweile sind fast 2 Stunden vergangen.
Wenn man sich mal überlegt, wie unnötig es ist, Lamellen zu reinigen, nur dass sie gereinigt sind... und in der Schweiz läuft so vieles nach diesem Prinzip ab, dass es einem vorkommt, in einem selbstgedichteten Märchen zu leben; als alle Leute den inneren Drang nach Sauberkeit erhielten und nicht mehr aufhören konnten, in jeder noch so unsichtbaren Ecke zu schruppen bis es Golden zu glänzen begann...!
In meinem Beruf wird man auch immer mal wieder mit der Pingeligkeit der Schweizer vom Schlimmsten konfrontiert. Wenn bei einer Hausabnahme eine Fuge entdeckt wird, bei der sich eine kleine Blase gebildet hat, oder ein kleines Risschen beim Verputz zu sehen ist, wird dies alles ganz genau in eine Bestandesaufnahmenliste eingetragen, so dass eventuelle Garantiearbeiten daran ausgeübt werden können, oder eine Entschädigung dafür ausgehändigt werden kann. Naja, ich stell mir mal vor, wie man irgendwo in Senegal in einem Lehmhäuschen die gleichen Massnahmen ergreifen würde... kann man dann die Schweizer nicht nur noch lustig finden? ;-)

1.6.06

Eine Hexliche Tramgeschichte


Wenn man am Morgen früh schon sagen hört; „es wird Zeit dass du ins Altersheim kommst“, kann man nicht anders, als die Frau Hexe mit ihrem Herr Hexer eine Fahrt lang zu beobachten und sich über die missliche Situation zu amüsieren, in die sich die Beiden wohl über Jahre reinmanövriert haben.
Demonstrativ setzten sich die Beiden nicht nebeneinander, sondern auf zwei einzelne Sitze hintereinander. Obwohl das Tram bei der Endstation Wabern noch ganz leer war und genügend zweier Sitze frei gewesen wären. Am Rande sei erwähnt, dass in derselben Reihe die Tonnenschwere Käucherin Platz genommen hatte! Wir hatten also Kino in 5D! ;-)
Mein Schätzu und ich setzten uns nebeneinander, da wir noch Jung sind und die Nähe zueinander noch nicht scheuen! ;-)
Die Hexe störte sich wohl nicht erst ab heute ab ihrem Mann. Die Verbitterung schien ihr über die Jahre das Gesicht zerschnitten zu haben und das Resultat bot uns der heutige Morgen. Die Namensgebung war nahe liegend...!
Scheinbar wollte sie ihren Mann loswerden, da er unübersehbar ziemlich alt und senil zu sein schien und zickte ihn beinahe ununterbrochen an. Jedoch frage ich mich, ob sie ihm nicht dankbar sein sollte, dass er an ihrer Seite blieb, obwohl es sicherlich schon lange keine Freude mehr macht, sie als seine Ehefrau vorstellen zu müssen. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund, wieso er so apathisch und immer grinsend vor sich hin summte. Ich denke, er hat wohl eines schönen Tages beschlossen zu resignieren und stellt sich nun hochbetagt, damit er sich nicht mehr ernsthaft mit seiner Frau abgeben muss...oder hat sie ihn verhext?
Naja, wie auch immer... das muss Liebe sein...! Hex Hex